8   Rotbuche (Fagus sylvatica)

Die von Natur aus konkurrenzstarke Buche (Rotbuche) musste im Verlauf der letzten Jahrhunderte aus wirtschaftlichen Gründen vielerorts verschiedensten Nadelbaumarten (vor allem der Fichte) weichen. Obwohl sie heute im Mittelland nur noch einen Anteil von 24% an der Stammzahl hat, ist die Buche in der kollinen bis der unteren montanen Stufe die häufigste Baumart. Den höchsten Buchenanteil weist der östliche Jura auf. Ausgedehnte reine Buchenwälder finden sich vor allem im Gebiet um Liestal (BL)/Dornach (SO) und stellenweise im Tessin.

Natürlicherweise frei von Buchen sind niederschlagsarme Alpentäler mit kontinentalem Klima.

Die grosse Standorttoleranz der Buche wird durch vernässte Böden und Höhenlagen ab 1300 m ü.M. eingeschränkt.

9   Hagebuche/Hainbuche (Carpinus betulus)

Die Hagebuche ist eine Baumart der sommerwarmen Eichenstandorte in West-, Mittel- und Südeuropa. In der Schweiz fehlt sie im Alpenraum über weite Strecken, inneralpin sogar vollständig. Ihre stärkste Verbreitung hat sie im Gebiet der früheren Mittelwälder, vorwiegend in der Nordschweiz.

Ihre grosse Ausschlagfähigkeit und Frosthärte haben die Hagebuche im Nieder- und Mittelwaldbetrieb gegenüber der Buche (Rotbuche) begünstigt. Die wärmebedürftige Hagebuche gedeiht in der Schweiz zu 95% in der kollinen/submontanen Stufe. Ihre Optimalstandorte liegen unter 400 m ü.M. Da diese heute meist entwaldet sind, kommen über 60% der Hagebuchen in Höhen von 400 bis 600 m ü.M. vor.

Auf frischen tonreichen und auf sehr trockenen Böden ist die Hagebuche der Buche überlegen, was sich auch in der standörtlichen Verbreitung zeigt. Auf sauren Böden hingegen kommen Stieleiche und Buche häufiger vor.

10   Berg-Ahorn (Acer Pseudoplatanus)

Der Bergahorn ist in der Schweiz weit verbreitet und besonders häufig im Jura, im östlichen Mittelland und in den Voralpen. Das grösste Gebiet ohne Bergahorn-Vorkommen liegt zwischen Susch und Maloja im Engadin.

Die Höhenverbreitung des Bergahorns (300 bis 1700 m ü.M.) ist vergleichbar mit jener der Tanne.

Sehr häufig gedeiht der Bergahorn – wie die Gemeine Esche und der Spitzahorn (A. platanoides) – am Hangfuss, da er feuchten, nährstoffreichen Boden bevorzugt. Der Lichtbedarf des Bergahorns liegt im mittleren Bereich. Er schätzt aber eine hohe Luftfeuchtigkeit und kommt daher bis 1300 m ü.M. vermehrt an schattigen Nordlagen, darüber aber überwiegend an Sonnenhängen vor.

11   Spitz-Ahorn (Acer platanoides)

Das Hauptareal des Spitzahorns liegt im eichenreichen Mischwald des Baltikums. Das mag auch die Erklärung dafür sein, dass er in der Schweiz relativ spärlich vorkommt, denn letztere liegt am Westrand seines Verbreitungsgebietes.

Das Hauptvorkommen in der Schweiz hat der wärmebedürftige Spitzahorn in Laubmischwäldern der kollinen/submontanen Stufe des östlichen Juras sowie in den Gebieten Vierwaldstätter- und Walensee (Föhntäler).

Ungefähr zwei Drittel der Spitzahorne wachsen auf basischem Boden mit 20 bis 40° Neigung, gleichermassen in allen Hangexpositionen.

12   Feld-Ahorn (Acer campestre)

Der Feldahorn ist hauptsächlich in mitteldeutschen Trockengebieten und in Eichentrockenwäldern verbreitet; ansonsten bedeckt er in etwa das gleiche Areal wie der Bergahorn (A. pseudoplatanus). In der Schweiz, wo er eine ähnliche Verbreitung wie die Traubeneiche hat, stehen über 50% der Exemplare im Jura.

Der Feldahorn ist ein typischer Baum der kollinen Stufe; so findet man in der Schweiz denn auch nur wenige Exemplare oberhalb von 1000 m ü.M.

Die Baumart meidet saure Böden und extreme Steilhänge und gedeiht bevorzugt auf Hängen mit Neigungen zwischen 10 und 30° an warmen Südwest- bis Südostlagen.

13   Gemeine Esche (Fraxinus excelsior)

In Europa hat die Gemeine Esche ihren Verbreitungsschwerpunkt im nördlichen Alpenvorland. Man findet sie meist in der kollinen/submontanen Stufe auf Feuchtstandorten.

Der Eschenanteil ist zwar im Mittelland und im östlichen Jura am höchsten, die Esche ist jedoch auch inneralpin weit verbreitet. Sie fehlt grossflächig nur im Oberengadin.

Die Esche wächst zu zwei Dritteln zwischen 400 und 800 m ü.M. Sie benötigt zum guten Gedeihen reichlich Nährstoffe und Wasser, meidet aber stagnierende Nässe und besiedelt auch trockene Jurahänge. Durch einen aus Ostasien eingeschleppten Pilz (das Falsche Weisse Stengelbecherchen), der im Jahr 2008 erstmals im Grossraum Basel festgestellt wurde und seither in der ganzen Schweiz Fuss gefasst hat, ist die Existenz der Esche als Wirtschaftsbaumart bedroht.

14   Trauben-Eiche (Quercus petraea)

Die Traubeneiche ist in der Schweiz stärker verbreitet als die Stieleiche (Q. robur). Ihre Hauptvorkommen liegen im Mittelland, Jura, Wallis und Tessin.

Im westlichen Mittelland ist der Anteil der Traubeneiche am grössten (ca. 5% aller Waldbäume). Da die Traubeneiche hohe Temperaturen im Sommer braucht, findet man sie wie die Stieleiche in der kollinen bis submontanen Stufe, allerdings in etwas höheren Lagen als diese.

Die Traubeneiche meidet schwere Böden und Spätfrostlagen, erträgt aber mehr Trockenheit als die Stieleiche. Daher trifft man sie etwas öfter an Hängen und seltener am Hangfuss oder in Ebenen an. Auch bezüglich Nährstoffversorgung ist sie weniger anspruchsvoll. Entsprechend besiedelt sie mässig saure Böden häufiger als die Stieleiche.

15   Winter-Linde (Tilia cordata)

Typisch für die Verbreitung der Linden sind ehemalige Nieder- und Mittelwälder. Die Winterlinde kommt hauptsächlich im östlichen Mittelland, in den Föhntälern der Nordalpen und auf der Alpensüdseite vor. An den beiden letztgenannten Standorten sind gelegentlich Lindenwälder anzutreffen, während Linden sonst meist einzeln beigemischt auftreten.

Vorherrschend kann die Winterlinde nur auf trockenen bis frischen Schutt- und Schotterböden sein, da hier die Buche wegen mangelnder Feinerde und sommerlicher Austrocknung ausfällt.

Die Winterlinde gedeiht vor allem an (Steil-)Hängen der kollinen und submontanen Stufe; etwa ein Viertel besiedelt die untere Montanstufe.

16   Nussbaum (Juglans regia)

Die Echte Walnuss oder der Nussbaum (Juglans regia) ist ein sommergrüner Laubbaum aus der Familie der Walnussgewächse (Juglandaceae). Sie heißt meist umgangssprachlich einfach Walnussbaum oder Walnuss, regional auch Welschnuss (Österreich, Bayern) oder Baumnuss (was auch die schweizerische bzw. alte alemannische Bezeichnung der Frucht ist). Auf Englisch heißt sie Persian walnut, von altenglisch walhnutu (wealh + hnutu, «fremde Nuss»), daher auch deutsch gelegentlich Persische Walnuss, dänisch valnød, schwedisch valnöt.

Der Name «Walnuss» (von mittelhochdeutsch welsch nuz) der Frucht von Juglans regia bedeutet ursprünglich «welsche (also von den Romanen her kommende) Nuss», da sie über Frankreich oder Italien ins Deutsche kam.

Ihre Früchte sind die bekannten Walnüsse. Das Walnussholz gilt als das begehrteste und wertvollste des mitteleuropäischen Waldes.

17   Berg-Ulme (Ulmus glabra)

Die Bergulme ist in submontanen und montanen Lagen verbreitet. Sie fehlt grossflächig in subalpinen Hochtälern (z.B. Oberengadin). Relativ selten ist sie auch im Wallis und im Tessin, das bereits an die Südgrenze ihres Areals stösst. Der Schwerpunkt der Verbreitung liegt in der Schweiz in den zentralen und östlichen Vor- und Nordalpen und im mittleren Jura.

Infolge der tödlichen Ulmenwelke reduzierte sich der Bergulmen-Bestand in der Schweiz vom ersten zum zweiten Landesforstinventar (1983–1985 bis 1993–1995) um etwa 30%. Seither liegt er bei etwa 1.8 Mio. Exemplaren. Zwei Drittel der Bergulmen wachsen in Laubwäldern, ein Drittel in Nadelwäldern. Am stärksten verbreitet ist die Bergulme in der unteren Montanstufe. So finden sich denn auch 98% der Art in Lagen unter 1200 m ü.M.

Die Bergulme stellt hohe Ansprüche an den Nährstoff- und Basengehalt des Bodens. Sie wächst häufig an steilen Hängen oder am Hangfuss und meidet trockene Lagen südlicher Exposition.

18   Gemeine Birke (Betula pendula)

In Europa ist die Hängebirke weit verbreitet. Sie fehlt nur in den immergrünen Mittelmeerwäldern.

Die lichtbedürftige Pionierbaumart wächst auf allen Böden, ausser in Hochmooren. Diese Spezialstandorte werden von der bedeutend selteneren Moorbirke (B. pubescens) besiedelt. Die Hauptverbreitung der Hängebirke liegt in der Schweiz auf der Alpensüdseite. Auch in den Alpen kommt sie gebietsweise häufig vor, in den Voralpen und im Jura ist sie eher selten.

Die Hälfte der Hängebirken gedeiht oberhalb von 990 m ü.M., während ihre Obergrenze in den Zentralalpen bei ungefähr 2000 m ü.M. liegt. Von den Laubbäumen steigt nur die Vogelbeere noch höher.

Verjüngung und langfristiger Erhalt der Hängebirke sind nur an Orten mit hohem Lichtangebot möglich. Die Art wächst vorwiegend an Steilhängen und auf sauren bis sehr sauren Böden.

19   Kirschbaum (Prunus avium)

Der Kirschbaum, oft auch als Süsskirsche bezeichnet, wächst bevorzugt in der kollinen und submontanen Stufe (ca. 70% der Bäume) in Laubmisch- und Buchenwäldern. So trifft man diese Baumart selten oberhalb von 1000 m ü.M., 50% der Kirschbäume befinden sich gar in Lagen unterhalb von 600 m ü.M.

Ausgeprägte Schwerpunkte in der Verbreitung sind beim Kirschbaum kaum auszumachen, auch wenn er in Graubünden eher selten vorkommt.

Am besten gedeiht der Kirschbaum auf frischen, kalkreichen Böden. Er bevorzugt ebenes Gelände und Kuppenlagen.

20   Schwarz-Erle (Alnus glutinosa)

Optimale Bedingungen findet die Schwarzerle in den sommerwarmen, luftfeuchten und grundwasserreichen Niederungen Nordosteuropas. Da die Schwarzerle von allen Baumarten stehendes Wasser und Staunässe am besten erträgt, kommt sie vor allem auf dauernd nassen Standorten mit ausreichender Basenversorgung zur Herrschaft. Solche Standorte sind in der Schweiz naturgemäss nicht sehr häufig, und im Mittelland wurden sie zum grössten Teil entwässert.

Ihre stärkste Verbreitung hat die Schwarzerle trotzdem noch im Mittelland sowie im Tessin. Diese Baumart der Tieflagen gedeiht zu rund 60% unterhalb 600 m ü.M.

Die Schwarzerle besiedelt mehrheitlich ebenes Gelände, benötigt reichlich Nährstoffe und ist wie die Buche gleichermassen auf basischen wie auf sauren Böden verbreitet.

21   Robinie, Falsche Akazie (Robinia pseudoacacia)

Die Robinie wurde 1602 von Nordamerika nach Europa eingeführt. In der Schweiz wächst die Hälfte der Robinien auf der Alpensüdseite, hauptsächlich in langdauernden Pionierwaldstadien auf flachgründigen Böden sowie im Auen- und Schwemmlandgebiet grösserer Fliessgewässer.

Die Hauptverbreitung der Robinie liegt unterhalb von 600 m ü.M.. Nur selten steigt sie in die untere Montanstufe. Häufig steht sie in Laubmischwäldern oder bildet Reinbestände.

Die Pionierbaumart stellt wenig Ansprüche und ist besonders auf trockenen, nährstoffarmen Sandböden konkurrenzstark. Sie besiedelt gleichermassen Kuppen, Hangfusslagen und Ebenen. Auf Hängen gedeiht sie vor allem in warmen Süd- bis Westlagen. Obschon die Robinie kalkreiche Böden bevorzugt, ist sie überwiegend auf (mässig) sauren Böden verbreitet.

22   Sal-Weide (Salix caprea)

Die Sal-Weide ist eine Pflanzenart in der Gattung der Weiden (Salix) innerhalb der Familie der Weidengewächse (Salicaceae).

Aufgrund ihrer frühen Blütezeit ab Anfang März ist die Salweide eine wichtige erste Futterpflanze für Insekten wie zum Beispiel Honigbienen, aber auch ein beliebter Frühlingsschmuck im Haus. Sie ist auch unter den Namen Hängesalweide, Palmweide und Kätzchenweide bekannt. Ferner ist sie regional unter der Bezeichnung Palmkätzchen bekannt – auch die Gebinde aus Weidenzweigen und anderen Gehölzen, die für das Brauchtum am Palmsonntag verwendet werden, tragen diesen Namen.

23   Purpur-Weide (Salix purpurea)

Die Purpurweide oder auch Korbweide genannt, ist eine Pflanzenart, die zur Gattung der Weiden (Salix) gehört.

Der Gattungsname purpurea ist auf die auffällig rote Rinde der Zweige und die anfangs purpurfarbenen Kätzchen zurückzuführen.

Das in der Schweiz einheimische Gehölz ist auch in Europa und Asien verbreitet. Es ist von der Tiefebene bis in Höhenlagen von 1200 m in Auenwäldern, auf feuchten Böschungen und in Flussbetten zu finden.

Die Purpurweide ist ein Pioniergehölz, also eine Pflanzenart, die besondere Anpassungen an die Besiedelung neuer, noch vegetationsfreier Gebiete besitzt. Ein Pioniergehölz tritt demzufolge häufiger in neu geschaffenen Lebensräumen, z.B. Kiesgruben auf, als in alten, reiferen Lebensräumen.
Das Gehölz zeichnet sich durch seine Anspruchslosigkeit sowie seine Hitze- und Trockenheitsverträglichkeit aus. Es gilt als die Weide mit der breitesten Standortamplitude.

24   Silberweide (Salix alba)

Die Silber-Weide ist eine Pflanzenart in der Gattung der Weiden (Salix) aus der Familie der Weidengewächse (Salicaceae). Der Name nimmt auf die silbrig erscheinenden schmal lanzettlichen Laubblätter Bezug.

Sie ist eine der wenigen baumförmigen Weiden und war Baum des Jahres 1999.

25   Mehlbeerbaum (Sorbus aria)

Die Mehlbeere ist die wichtigste der europäischen Sorbus-Arten und gedeiht vor allem auf sommerwarmen, trockenen Kalkstandorten. In der Schweiz ist die Mehlbeere weit verbreitet. Nur im zentralen und westlichen Mittelland sowie im Engadin fehlt sie gebietsweise. Die Hauptverbreitung liegt im Jura, im Rhonetal und auf der Alpensüdseite.

Drei Viertel der Mehlbeeren wachsen in Höhenlagen zwischen 600 und 1200 m ü.M. Der Schwerpunkt liegt in der unteren Montanstufe bei 900 m ü.M. In Strauchform steigt die Mehlbeere aber bis auf über 1900 m ü.M.

Die anspruchslose Mehlbeere ist wie die viel seltenere Elsbeere (S. torminalis) auf sauren Böden eher selten anzutreffen. Auch wird sie fast ausschliesslich in Hang- und Kretenlagen gefunden. Sie bevorzugt Böden auf Kalk, die sich leicht erwärmen. Mehlbeerstandorte sind auch häufig felsig oder instabil.

26   Vogelbeerbaum (Sorbus aucuparia)

Die Vogelbeere kommt nahezu in ganz Europa vor. Ihre auch bezüglich Höhenlage weite Verbreitung ist auf die sehr grosse Standorttoleranz zurückzuführen. Die oft strauchförmig wachsende Baumart fehlt nur auf Nassstandorten und Rohböden.

Die dichteste Verbreitung zeigt die Vogelbeere in der Schweiz im westlichen Jura und im Alpenraum sowie zwischen 1000 und 1600 m ü.M. Die Art steigt bis auf maximal 2300 m ü.M.

Das Vorkommen der lichtbedürftigen Pionierart ist weitgehend durch die Konkurrenz bestimmt. Entsprechend ist sie überdurchschnittlich häufig in aufgelösten, lückigen oder ungleichförmigen Beständen sowie im Jungwuchs. Sie wächst überwiegend in nordexponierten Hanglagen und bevorzugt einen sauren Untergrund, ist aber auch auf basischen Böden anzutreffen. Hauptsächlich und mehr als jede andere Laubbaumart ist sie im Nadelwald verbreitet. Zwei Drittel der Vogelbeeren befinden sich in Fichtenbeständen.

27   Speierling (Sorbus domestica)

Der Speierling – regional auch Spierling, Sperberbaum, Sperbelbaum, Sporapfel, Spierapfel und Spreigel genannt – ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Mehlbeeren (Sorbus, Eberesche) innerhalb der Familie der Rosengewächse (Rosaceae).

Der Speierling wächst als mittelgroßer, sommergrüner Baum. Er erreicht freistehend Wuchshöhen von bis zu 20 Metern, im Hochwald gelegentlich über 30 Meter, und kann als freistehender Einzelbaum Stammdurchmesser von über 100 Zentimeter erreichen. Einzelne Exemplare des Speierlings können ein Alter von bis zu 400 Jahren erreichen, in Mitteleuropa allerdings meist deutlich weniger. Der Speierling bildet ein tiefreichendes Herzwurzelsystem.

28   Elsbeerbaum (Sorbus torminalis)

Die Elsbeere ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Mehlbeeren (Sorbus) in der Subtribus Kernobstgewächse (Pyrinae) innerhalb der Familie der Rosengewächse (Rosaceae).

Die Elsbeere ist ein sommergrüner Laubbaum, der Wuchshöhen von bis über 20 Metern, sehr selten bis über 25 Metern erreicht. Der Stammdurchmesser erreicht bis über 1 Meter, ganz selten mehr, bis über 1,5 Meter. Die Borke ist bei älteren Bäumen häufig asch-grau bis braun-grau und kleinschuppig. Man kann die Borke der Elsbeere leicht mit einer Eichenrinde verwechseln.

29   Zitter-Pappel, Espe (Populus tremula)

Die Zitterpappel, auch als Aspe oder Espe bekannt, ist fast in ganz Europa vertreten. Sie fehlt lediglich in Südfrankreich, Westspanien und Sizilien. Optimal gedeiht die Baumart in nordischen Mischwäldern mit Waldföhre, Fichte und Birke. In der Schweiz trifft man die Zitterpappel häufig im Wallis, im Tessin und in Graubünden an.

Wie andere Pionierbaumarten braucht die Zitterpappel viel Licht und wird auf die Dauer von anderen Baumarten verdrängt. Die bezüglich Klima und Standort anspruchslose Art ist bis in die obere Montanstufe gut vertreten. Die Hälfte des Zitterpappel-Bestands wächst zwischen 800 und 1200 m ü.M.; in Strauchform erreicht die Art Lagen bis 2200 m ü.M.

Ihren Fortbestand sichert sich die Zitterpappel als Erstbesiedlerin von Rohböden sowie auf feuchten und trockenen Standorten. Im Vergleich zur Birke bevorzugt sie eher nährstoffreiche, basische Böden.

30   Holz-Apfelbaum (Malus sylvestris)

Der Holzapfel, auch als Europäischer Wildapfel oder Krabapfel (englisch crab (apple)=Holzapfel), lateinisch früher auch als Mala maciana und Mala silvestria bezeichnet, ist ein Laubbaum aus der Gattung der Äpfel (Malus) innerhalb der Familie der Rosengewächse (Rosaceae).

Der wissenschaftliche Gattungsname Malus entspricht dem lateinischen mālus (Apfelbaum), das Artepitheton sylvestris bedeutet «im Wald wachsend».

Der Holzapfel ist ein sommergrüner Baum, der Wuchshöhen bis zu 10 Meter erreicht; überwiegend wächst er jedoch als großer Strauch mit Wuchshöhen von 3 bis 5 Metern. Die Krone ist dicht; die Äste und Zweige weisen mehr oder minder verdornende Kurztriebe auf. Die Rinde ist eine graubraune, längsrissige Schuppenborke. Die Knospen sind wollig. Die nur schwach behaarten bis fast kahlen, gestielten, bespitzten bis spitzen Laubblätter sind eiförmig, am Rand grob gesägt und 4 bis 8 Zentimeter lang.

31   Traubenkirsche (Prunus padus)

Die Gewöhnliche Traubenkirsche ist eine Pflanzenart aus der Gattung Prunus in der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Der Name kommt von den in Trauben angeordneten Blüten und Früchten. Sie wird auch Ahlkirsche, Sumpfkirsche oder Elsenkirsche genannt, seltener auch Elsbeere, was mit der Art Sorbus torminalis zu verwechseln ist. Prunus padus wird auch als Faulbaum bezeichnet, wegen seiner brüchigen Zweige und ähnlicher Borke, hat aber keine medizinische Bedeutung wie der Echte Faulbaum.

Die raschwüchsige Gewöhnliche Traubenkirsche wächst als sommergrüner, bis zu 15 Meter hoher dichter Baum oder seltener als ein bis zu 10 Meter hoher Strauch mit überhängenden Ästen. Der Baum bildet gewöhnlich eine tiefangesetzte und dichtbelaubte Krone von schlanker und kegelförmiger Wuchsform aus. Bei älteren Exemplaren beobachtet man eher eine säulenförmige und gewölbte Krone. Die Gewöhnliche Traubenkirsche besitzt einen relativ gerade gewachsenen Stamm, der eine Stärke von etwa 60 cm entwickelt. Die bogig aufsteigenden Äste verzweigen sich locker, die rutenförmigen Zweige hängen häufig über. Charakteristisch für die Gewöhnliche Traubenkirsche ist das große Ausschlagvermögen ihrer Wurzeln. Das Durchschnittsalter der Gewöhnlichen Traubenkirsche beträgt 60 Jahre, ihr Höchstalter wird auf 80 Jahre beziffert.

Die Rinde ist glatt und dunkelgrau; bei Verletzung der Rinde verströmt das Holz einen unangenehmen, scharfen Geruch. Die Borke bildet nur bei sehr alten Bäumen flache, längliche Risse aus.

32   Faulbaum (Frangula alnus)

Der Faulbaum gehört zur Familie der Kreuzdorngewächse (Rhamnaceae). Das Gehölz ist auch unter den Namen «Pulverholz» oder «Schiessbeere» bekannt, da früher die aus dem Faulbaum gewonnene hochwertige Holzkohle mit geringem Ascheanteil für die Herstellung von Schwarzpulver verwendet wurde. Der unschöne Pflanzenname «Faulbaum» verdankt das Gehölz dem leichten Fäulnisgeruch, den seine Rinde verströmt, wenn diese angeritzt wird oder verletzt ist. Dies ist unter anderem ein Schutz des Faulbaums gegen Wildverbiss. Die Rinde der Stämme und Zweige enthält pharmazeutisch wirksame Stoffe und wird heute noch in Form von Tee oder Tabletten zur Behandlung von Verstopfungen angewendet.

Alle Pflanzenteile des Faulbaumes sind für den Menschen giftig. Für die Tiere hingegen ist das Gehölz als Nahrungsquelle sehr wertvoll.

In Mitteleuropa sowie im westlichen Sibirien und in Marokko ist der Faulbaum heimisch. Die Pflanze hat sich mittlerweile auch in Nordamerika als Neophyt (= Pflanze, die sich in nicht-heimischen Gebieten ansiedelt) verbreitet. In seiner Heimat wächst der Faulbaum bevorzugt auf frischen, nicht trockenen Böden, in Auen, Hecken und Mooren. In den Alpen kann die Pflanze bis in Höhen von 1500 m ü. M. vorkommen.

Quellen: Schweizerisches Landesforstinventar (lfi.ch) / Hauenstein AG (www.hauenstein-rafz.ch) / Wikipedia (de.wikipedia.org)