1   Fichte (Picea Abies)

Die Fichte («Rottanne») besiedelt fast alle waldfähigen Standorte und dominiert über einen weiten Standortbereich. Unter dem anthropogenen Einfluss ist die Fichte in der Schweiz besonders in tieferen Lagen über ihr natürliches Areal hinaus verbreitet.

In den subalpinen Lagen ging dagegen nach den Kahlschlägen bis Ende des 19. Jahrhunderts und der folgenden natürlichen Lärchenausbreitung der Fichtenanteil vielerorts zurück. Die Verbreitungsschwerpunkte liegen heute in den Regionen Alpen, Voralpen und im westlichen Jura. Selten ist die Fichte nur im Südtessin sowie in der Region Genf.

Die vertikale Verbreitung erstreckt sich von 250 bis über 2200 m ü.M. Deutlich höher steigen nur Lärche, Arve und Bergföhre.

2   Weisstanne (Abies alba)

In der Schweiz kommt die Tanne («Weisstanne») vor allem im westlichen Jura, im zentralen Mittelland und in den Voralpen vor. Einige Gebiete sind vollständig frei von Tannen (Engadin, Rheinwald, Obergoms, Mattertal, Region Davos, Teile des Südtessins), während sie andernorts besonders dicht wachsen (Emmental, Napf).

Die meisten Tannen stocken in einer Höhe von 600 bis 1200 m ü.M. Die obere Verbreitungsgrenze liegt bei etwa 1700 m. Die Tanne steigt damit höher als die Buche, aber deutlich weniger hoch als die Fichte.

Die Tanne bevorzugt gut mit Wasser versorgte Böden. Man findet sie jedoch auch auf trockenen Standorten (z.B. im Wallis). Auf Trockenperioden reagiert sie weniger empfindlich als die Fichte.

3   Lärche (Larix decidua)

Die Häufigkeit der Europäischen Lärche im Alpenraum entspricht nicht dem natürlichen Vorkommen. Infolge von Kahlschlägen und durch die Wiederbewaldung von Alpweiden konnte sie ihr Areal um das 5- bis 20-fache ausweiten. Ihr heutiges Vorkommen in der Schweiz ist, abgesehen von Pflanzungen im Mittelland, zum Grossteil auf das Wallis, die Tessiner Gebirgstäler und Graubünden (Engadin, Münstertal, Puschlav) beschränkt.

Obwohl die Art eine breite ökologische Amplitude hat und in jeder Höhenlage gedeihen kann, wachsen etwa 75% der Lärchen oberhalb von 1400 m ü.M., zumeist an Steilhängen. Entscheidend für die Verbreitung der Lärche ist ein grosses Lichtangebot. Langfristig wird sie von schattenertragenden Baumarten verdrängt, falls nicht Lawinen, Windwürfe, Erdrutsche und der Mensch neue Kahlflächen für die Verjüngung schaffen.

4   Wald-Föhre (Pinus sylvestris)

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Wald-Föhre liegt in den Tiefebenen Europas und Nordasiens. Als Pionierbaumart ist sie anspruchslos, was die Bodenqualität anbelangt, dafür benötigt sie viel Licht. So kann sich die Waldföhre nur auf Extremstandorten dauernd gegen andere Baumarten durchsetzen.

Ihre natürlichen Verbreitungsgebiete in der Schweiz sind die Zentralalpen, die Nordostschweiz und der Jura. Den grössten Anteil weist die Wald-Föhre im Wallis auf, wo auch die ausgedehntesten zusammenhängenden Bestände vorkommen.

Die Wald-Föhre stösst stellenweise bis auf 2100 m ü.M. vor; 80% der Wald-Föhren wachsen jedoch in Höhenlagen unterhalb 1200 m ü.M.

5   Eibe (Taxus baccata)

Die Eibe, eine Charakterart der Laubmischwälder in Europa, hat wegen ihres begehrten Holzes für Pfeilbögen und Armbrüste im Mittelalter erhebliche Arealverluste hinnehmen müssen. In den letzten hundert Jahren haben Methoden der modernen Waldbewirtschaftung und massiver Wildverbiss weitere Rückgänge bewirkt. Heute wird die Eibe vom Forstdienst im Kampf gegen ihre natürlichen Konkurrenten (Buche, Tanne) gefördert.

Die Hauptverbreitung der Eibe liegt in der Nordostschweiz und im Jura. Die dichtesten Vorkommen sind im Gebiet um das Hörnli (ZH) zu finden.

Der optimale Eibenstandort ist eine luftfeuchte (Steil-)Hanglage mit Seitenlicht in der kollinen bis unteren montanen Stufe zwischen 600 und 800 m ü.M. Hier wachsen denn auch über 50% der Eiben in der Schweiz. Die bevorzugten Böden sind mit einem pH über 6.2 basisch.

6   Arve (Pinus cembra)

Die Arve wächst in der Schweiz zur Hauptsache im Engadin und in den südlichen Walliser Seitentälern. Über 80% ihres Bestands befinden sich oberhalb von 1800 m ü.M. (50% gar oberhalb von 2000 m ü.M.). Die untere Arealgrenze wird durch die grössere Konkurrenzkraft der Fichte bestimmt.

Die höchststeigende Baumart Europas (in der Schweiz bis über 2600 m ü.M.) ist zugleich auch jene, die am häufigsten auf stark sauren Böden gefunden werden kann.

Das Verbreitungsgebiet der Arve in der Schweiz wurde während der vergangenen Jahrhunderte durch grossflächige Alpweiderodungen und Kahlschläge zur Gewinnung von Holz stark vermindert.

7   Wacholder (Juniperus communis)

Der Gemeine Wacholder ist eine Pflanzenart, die zur Familie der Zypressengewächse (Cupressaceae) gehört. Da das bei uns heimische Nadelgehölz in Europa weit verbreitet ist, existieren für den Gemeinen Wacholder eine Vielzahl von Namen, welche sich teilweise auf seine Verwendung, Eigenschaften oder seinen Standort beziehen. So ist die immergrüne Pflanze auch unter folgenden Namen bekannt: Heidewacholder, Weihrauchbaum, Feuerbaum, Machandelbaum oder Wachtelbeerstrauch.

Das Verbreitungsgebiet des Gemeinen Wacholder erstreckt sich von Europa über Asien bis Nordamerika auf der ganzen, nördlichen Erdhälfte. Das Nadelgehölz kommt bei uns in der Schweiz auf Höhen bis 3000 m vor. 

Quellen: Schweizerisches Landesforstinventar (lfi.ch) / Hauenstein AG (www.hauenstein-rafz.ch) / Wikipedia (de.wikipedia.org)